Ratgeber

Bulletin zur Arzneimittelsicherheit

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt regelmäßig Berichte zur Arzneimittelsicherheit. Diese Informationen richten sich zwar vornehmlich an Fachleute, sie können aber trotzdem kostenlos auf der Seite des Bundesinstituts als so genanntes „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ heruntergeladen werden.
Das Bulletin erscheint einmal im Quartal und befasst sich mit aktuellen Risiken bei der Anwendung von Medikamenten. Sie erfahren, bspw. wie Wechselwirkungen, Impfrisiken oder Allergiegefahren von der BfArM eingeschätzt werden.

Tipp: Sie können das Arzneimittel-Bulletin unter dem folgenden Link herunterladen: Klick!

Demenz – Pflege und Betreuung Zuhause Informationsdienst für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten, Verlag für die Deutsche Wirtschaft, Bonn

Dieser inzwischen  eingestellte Informationsdienst bot Expertenwissen und praktische Tipps, die Ihnen bei der Betreuung Ihrer Angehörigen wirklich helfen. Die Empfehlungen sind speziell für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten aufbereitet – leicht verständlich und leicht umzusetzen.

Der monatlich erscheinende Ratgeber enthält auf 8 Seiten Empfehlungen, Informationen und Tipps zu vielen Fragen, wie tewa „Wie kann ich die Wohnung an die neuen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen anpassen?“.
Auch weitere Fragen, die sich in der Pflege Demenzkranker stellen, werden beantwortet: beispielsweise das Thema „Wohnungsanpassung“, denn der Wohnraum eines Demenzkranken muss anderen Kriterien entsprechen als der eines gesunden Menschen.

Prof. Dr. Sportwiss. Ingo Froboese, Prof. Dr. troph. Michael Hamm: Ärztlicher Ratgeber VITAL AB 50, 193 Seiten, Wort und Bild Verlag, 17,80 €

Das neue Ernährungs- und Bewegungs-programm mit den wichtigsten Vitalregeln auf einen Blick, Ernährungs-Check, Fitness-Test, Aktivitätsplan und Fitmacher-Poster für ein langes und gesundes Leben.

Dem Alter ein Schnippchen schlagen – das ist gar nicht so schwierig. Der neue Ernährungs- und Bewegungsratgeber „Vital ab 50“ verrät das Geheimnis von lang anhaltender Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden in der zweiten Lebenshälfte. Die Erfolgsformel für Menschen in den besten Jahren: eine gesunde Balance zwischen Ernährung und körperlicher Bewegung finden und einhalten – und dabei auch den Genuss nicht zu kurz kommen lassen. Wie so jeder zum eigenen „Well-Aging-Experten“ werden kann, zeigt der verständlich geschriebene und reich bebilderte Gesundheitsratgeber. Getreu dem Motto „Essen und Trimmen – beides muss stimmen“ werden Schritt für Schritt Wege zu einer ausgewogenen Energie-Bilanz aufgezeigt: „Fitness-Test“ und „Ernährungs-Check“ ermöglichen dem Leser einen schnellen Überblick über seinen eigenen Vitalitätszustand. „7 Vitalregeln zur Bewegung“ regen dazu an, sich mit wenig Aufwand auch im Alltag mehr zu bewegen

1. Auflage 2006. 193 Seiten, 220 Abbildungen, mit Umschlagklappen. Paperback, EUR 17,80. Bezug: nur über Apotheken oder den Wort & Bild Verlag, 82065 Baierbrunn (zzgl. EUR 2,20 Versandkosten), Tel. 089/74433-270, Fax: 089/744 33-208, E-Mail: buchbestellung@wortundbildverlag.de

Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott, 203 Seiten, Karl Blessing Verlag, 16,00 €

Dieses Buch ist insbesondere für die jetzt 40jährigen und älteren interessant. Wie wird unsere Gesellschaft wohl aussehen, wenn diese Altersgruppe zu den “Alten” gehört? Was bedeutet es, dass die “Alten” dann die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden? Wie werden sich wohl die Jungen verhalten und welche Strategien sollten schon heute geplant werden? Wie sehr ist unser Bewusstsein an diesem Alterungsprozess und der Altersangst beteiligt? Fragen, die in diesem Buch nicht nur gestellt, sondern auch beantwortet werden. Teilweise provozierend, aber auch dazu anregend, sich zu besinnen und das eigene Altern bewusst anzugehen. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse will der Autor die LeserInnen dazu überreden, den biologischen und sozialen Terror der Altersangst zu boykottieren, damit auch die Jungen ihre (Lebens)Chance bekommen. Interessant zu lesen, regt zum Nachdenken und Umdenken an. Man gewinnt die Erkenntnis, dass Altern vor allem mit Macht der Märkte und Meinungen zu tun hat. Denn die Wissenschaft hat das negative Image des Alterns bereits korrigiert. (10/04)

Stiftung Warentest (Hrsg.): „Handbuch Medikamente“, Wissen, was der Arzt verordnet, 904 Seiten, ca. 40,00 €

Die Stiftung Warentest lässt in diesem Buch die 7000 am häufigsten verschriebenen Präparate bewerten. Schließlich stellen sich Fragen wie: „Ist das Medikament gegen meinen Bluthochdruck, das mir die Ärztin neuerdings verschreibt, wirklich genauso gut wie das gewohnte, das aber viel teurer ist?“ Oder: „Wieso will mir der Arzt plötzlich nicht mehr meine Rheumasalbe verordnen?“ Auf solche und viele andere Fragen rund ums Arzneimittel gibt das „Handbuch Medikamente“ ausführliche und wissenschaftlich begründete und dabei verständliche Antworten.

Es wird Zeit, dass man sich als PatientIn besser über Arzneimittel informier, auch über die verschreibungspflichtigen. Gerade sie werden immer teurer: Im Durchschnitt kostet eine Packung rund 60 Mark. Damit gute neue Mittel noch bezahlbar bleiben, müssen die ÄrztInnen jetzt kritischer denn je unter allen 45 000 zugelassenen – und fast zur Hälfte nie ordentlich geprüften – Medikamenten diejenigen auswählen, die den PatientInnen wirklich nützen. Und sie müssen auch abwägen, ob sie ein teures Markenpräparat gegen ein gleichwertiges, aber preiswerteres „Generikum“ austauschen können.

Umfassende Informationen und vor allem auch wissenschaftlich fundierte Bewertungen der 7000 am meisten verschriebenen Präparate mit 70 Prozent des Gesamtumsatzes findet man im „Handbuch Medikamente“, das die Stiftung Warentest herausgegeben hat. Gestern stellte sie die vierte, stark überarbeitete und erweiterte Auflage vor. Sie umfasst 2000 Präparate mehr als die im März vorigen Jahres erschienene Fassung.

Es handelt sich hierbei um eine von Werbung und Marketing unbeeinflusste Publikation über Arzneimittel. Das kann man auch am heftigen Widerstand der Pharmaindustrie erkennen: Die Herstellerfirmen bombardierten die Stiftung Warentest mit 67 Abmahnungen, die fast alle zurückgewiesen werden konnten, und sechs Gerichtsverfahren. Keines führte dazu, eine Bewertung zu ändern.

Die Methodik der Bewertungen der Wirksamkeit und des Verhältnisses von Nutzen und Risiken wird in der Einleitung ausführlich begründet. Wie Hubertus Primus von der Stiftung Warentest bei der Vorstellung des Buches erläuterte, blieb man auch in der Neuausgabe des Buches bei den vier Bewertungsstufen „geeignet“, „auch geeignet“, „mit Einschränkung geeignet“ und „wenig geeignet“. Diese schlechteste Note bekam jedes fünfte der beschriebenen Medikamente. Hätte man diese 20 Prozent weggelassen, wäre das Buch so etwas wie eine kommentierte Positivliste.

Auf die Frage, warum es nicht klipp und klar „ungeeignet“ heißt, ließ Primus durchblicken, dass dies die juristischen Auseinandersetzungen mit der Arzneimittelindustrie unnötig verschärft hätte. Und der Schlussgutachter für die Bewertungen, der Bremer Arzneimittelexperte Gerd Glaeske, wies darauf hin, dass „ungeeignet“ mit „unwirksam“ gleichgesetzt worden wäre. Unwirksamkeit lasse sich aber wissenschaftlich nicht nachweisen. Zudem sind von der Abwertung auch wirksame Medikamente betroffen, die mehr Nebenwirkungen als andere, gleich wirksame haben, sowie Mischpräparate, deren Zusammensetzung keinen Sinn hat.

Glaeske erwähnte ein paar Beispiele für diesen „Bodensatz des Arzneimittelmarktes, der besser nicht mehr angefasst wird“: Nach wie vor würden die in dem Handbuch abqualifizierten Kombinationsmittel Thomapyrin, Neuralgin, Titretta oder Gelonida (Saft und Zäpfchen) gegen Schmerzen verordnet. Ebenso seien nebenwirkungsträchtige Abführmittel wie Chol-Kugeletten und Aristochol-Konzentrat (Schöllkraut) noch immer gebräuchlich. Er nannte auch Migränemittel wie Cafergot N, Migraeflux N, Migräne-Kranit N und Optalidon spezial NOC veraltet oder riskant.

Auf die Frage, ob man seiner ÄrztIn das Handbuch schenken sollte, wies er mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass ÄrztInnen die meisten Veröffentlichungen über Arzneimittel tatsächlich geschenkt bekämen – von der Pharmaindustrie, die bekanntlich auch die ärztliche Fortbildung beherrscht. Unabhängige und daher selbst zu bezahlende Publikationen wie den „Arzneimittelbrief“ oder das „Arznei-Telegramm“ sehe man in den Praxen selten. Das „Handbuch Medikamente“ sei aber von den ÄrztInnen positiv aufgenommen worden, auch von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

In der Tat könnte dieses Buch eine gute Basis für das PatientIn-ÄrztIn-Gespräch bilden. Es behandelt auch die Frage, ob bei einer bestimmten Gesundheitsstörung Medikamente überhaupt nützlich sein können, was man stattdessen tun soll oder wie man die Arzneimittelwirkung unterstützen kann. Es enthält auch Hinweise für die richtige Einnahme, gibt Preise an, zerstreut sogar Vorurteile gegen wirklich Notwendiges wie etwa Kortison-Spray für Asthmakranke. Dieses Buch kann den naiven Glauben an das „Glück aus der Pillendose“ erschüttern und die Immunität gegen übermäßige Versprechungen fördern, wie Glaeske sagte.

Werbung für rezeptpflichtige Medikamente bei Laien ist verboten. Das Verbot werde aber mit Hilfe von Schleichwerbung im redaktionellen Text vor allem der Illustriertenpresse umgangen; außerdem, indem die Arzneimittelindustrie systematisch in die Selbsthilfebewegung eingedrungen sei. Und bald werde wohl das Laienwerbeverbot auf europäischer Ebene gelockert werden. Glaeske: „Wir sind umstellt von Arzneimittelwerbung!“ Da kommt wohl dieses Buch gerade zur rechten Zeit – als Gegenmittel.

Bestelladresse: Stiftung Warentest, Vertrieb, Postfach 81 06 60 in 70523 Stuttgart, Tel. 01805 – 00 24 67

Barbara Hiss u.a.: Fallgeschichten Gewalt, Anfänge erkennen, Alternativen entwickeln, Vincentz Verlag, 1999, 28,00 DM

Ein praxisbezogener Ratgeber für alle, die sich konstruktiv mit Gewalt und Aggression im Pflegealltag auseinandersetzen möchten. Denn: Gewalt gegen alte Menschen zu unterbinden, sollte Aufgabe und Anliegen jedes Menschen sein.

Die elf Fallgeschichten verdeutlichen anschaulich typische und alltägliche Abläufe, Konflikte und Mechanismen. In jeder Geschichte werden das tatsächliche Ende, sowie eine alternative Fortführung beschrieben. Die LeserIn erkennt eigene Erfahrungen wieder und entdeckt, wie Situationen zu beeinflussen sind. Es kann aber auch den umgekehrten Fall geben, dass die zu pflegende Person zu Aggressionen neigt. Als Anlaufstelle in solch einem Fall das Forum für pflegende Angehörige eine Hilfe darstellen.

Ergänzungen zur Problematik sind die Erläuterungen zu Begriffen, Denkmodellen, Forschungsergebnissen und Anti-Gewalt-Strategien. (08/00zurück zur Übersicht)

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