1995 - 2010 Thema Pflege feiert 15-jähriges Jubiläum!

Es kann Ihnen passieren, dass Sie durch Gebrechlichkeit im Alter gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, Ihr Leben so zu meistern, wie es Ihnen vorher möglich war. Gerade bei Stufen und sanitären Anlagen gibt es sehr oft Probleme. Vielleicht können Sie nicht mehr richtig Treppen steigen oder haben Schwierigkeiten, sich in ihrem vorhandenen Bad zu duschen. Das heisst aber nicht zwangsläufig, dass Sie Ihre Wohnung verlassen oder Ihre Immobilienfinanzierung komplett umstellen müssen. In vielen Fällen reichen kleinere Um- und Einbauten in der Wohnung oder im Haus schon aus. Das Bauen einer Rampe für den Rollstuhl oder der Einbau geeigneter sanitärer Anlagen helfen Ihnen, sich weiter alleine in Ihrem Haus zu bewegen.

Eine Alternative zum Wohnen im Alten- oder Pflegeheim kann für alte Menschen die Wohnraumanpassung sein. Neben wichtigen Gründen wie der Erhaltung des sozialen Umfeldes und der Nachbarschaft sowie der Erhaltung des selbständigen Lebens, führen Wohnraumanpassungen auch zu Kostenersparnissen bei den Kommunen und zur Entlastung der öffentlichen Kassen.
Die durchschnittliche Obergrenze der Kosten für eine Wohnraumanpassung liegt bei ca. 5000 €. In vielen Fällen sind Zuschüsse, aber auch Übernahmen der Kosten durch die Kranken- oder Pflegekasse möglich.
Ein Heimplatz kostet dagegen rund 2000 bis 3500 € monatlich. In den wenigsten Fällen kann diese Summe vom Heimbewohner komplett selbst getragen werden. Unterstellt man einen Eigenanteil von 1000 € bleibt ein Rest von 2500 €, der sich in der Regel auf die Pflegekassen und andere öffentliche Mittel verteilt.

Diese Maßnahmen können finanziert werden

Ausserhalb der Wohnung:
Ebenerdiger Zugang, Vergrößerung der Türen, Anordnung von Schalterleisten, Briefkästen in Greifhöhe, Anbringen von Haltestangen, Schaffung von Sitzplätzen, Orientierungshilfen für Sehbehinderte, Treppenumbauten, Rampen und Treppenlifte, Abbau von Türschwellen, Installation von Türen mit pneumatischem Türantrieb.
Ausgenommen: Parkplätze, Pflasterung des Hauszugangs

Innerhalb der Wohnung:
Schaffung von Bewegungsflächen durch Installation der Waschmaschinenanschlüsse in der Küche, anstatt im Bad (Aufwendungen für Verlegung von Wasser- und Stromanschlüssen) ,
Änderung des Bodenbelags, um Stolperquellen, Rutsch – und Sturzgefahren zu beseitigen, Veränderung der Heizung, Änderung der Lichtschalter und Steckdosen, Heizungsventile in Greifhöhe, Reorganisation der Wohnung (Stockwerktausch), Treppenlifte, Sitzlifte, Türvergrößerungen, Abbau von Türschwellen, Türanschläge, Fenstergriffe auf Greifhöhe, Hausnotruf.

Küche:
Armaturen, Bodenbelag, mit Rollstuhl unterfahrbare Kücheneinrichtung.

Bad:
Einbau eines nicht vorhandenen Bades/WC, Armaturen, Badewanneneinstiegshilfen (Änderung der Bausubstanz), rutschhemmende Bodenbeläge insbesondere in der Dusche, Duschplatz, wenn eine Badewanne nicht mehr genutzt werden kann, Anpassung der Höhe von Einrichtungsgegenständen, Sitzhöhe WC, höhenverstellbarer Waschtisch.

Schlafzimmer:
Bettzugang, Bodenbelag, Lichtschalter und Steckdosen vom Bett aus zu erreichen.

Sofortmaßnahmen:
Bereits mit wenig Zeit- und Kosteneinsatz können Massnahmen der Wohnraumanpassung getroffen werden. Hier einige Beispiele:

  • flache und rutschfeste Fußmatte an der Wohnungstür
  • Verlängerung der Schaltphasen für das Licht im Hausflur
  • Sitzgelegenheit zum Ausruhen auf Treppenabsatz
  • Zweitschlüssel für alle Fälle bei NachbarIn hinterlegen
  • Läufer, Brücken, Teppichränder und Telefonkabel sind Stolperfallen, befestigte Auslegeware ist sicherer
  • täglich benutzte Dinge in Greifhöhe (auch in den Schränken) platzieren
  • für Kleiderschränke gibt es Kleider- oder Garderobenlifte, Montage des Toilettenpapierhalters vor dem Toilettensitz
  • Lichtschalter, Telefon und / oder Notruf sollten vom Bett aus erreichbar sein

Tipp: Ein Beispiel für eine Wohnungsanpassung finden Sie HIER.